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Hungerstoffwechsel bei Diät und Magersucht
16.05.2017 14:38
Hungerstoffwechsel bei Diäten und Magersucht

Der Hungerstoffwechsel tritt nicht nur bei Magersucht als Nebenwirkung von langen Hunger - und Fastenzeiten auf, sondern kann auch bei einer Diät auftreten.

Der Hungerstoffwechsel ist eine "Schutzreaktion" des Körpers in langen Hunger - und Fastenzeiten. Dieser Zustand kann lebensbedrohliche Formen annehmen und tritt nicht nur bei Essstörungen wie Magersucht auf sondern kann sich ebenso bei zu rigerosen Diäten mit zuwenig Kcal - Zufuhr äußern.

Fachhochschule Münster

Abnehmwillige treffen oftmals die Entscheidung, "schnell" abzunehmen und entscheiden sich für rigerose und einschränkende Diätformen. In den ersten Tagen der Diät kommt es oft zu einem Ausstoß von Glückshormonen, die zum weiteren Durchhalten der Diät motivieren. Schränkt man aber nun die tatsächlich erforderlichen Kcal drastisch ein, um einen "schnellen" Abnehmerfolg zu erzielen, schaltet der Körper bereits auf den Hungerstoffwechsel um und der Grundumsatz wird gesenkt. Der Grundumsatz ist die Kcal - Menge die im Ruhezustand benötigt wird um alle lebenswichtigen körperlichen Funktionen aufrecht zu erhalten - der Körper schaltet auf "Sparflamme" um.

"Angst vor einem sinkenden Grundumsatz UND dem dann entstehenden Jo-Jo-Effekt muss man dann haben, wenn man längere Zeit - ca. 2 Wochen - sehr kalorienarm isst und wenig Sport macht" (Quelle: www.abnehm.net)

Anzeichen für den eintretenden Hungerstoffwechsel sind u.a

- Müdigkeit

- Kopfschmerzen

- Abgeschlagenheit

- fahle Haut

- brüchige Nägel

- eingeschränkte körperliche, geistige Leistungsfähigkeit

- frieren

Der Grundumsatz muss nun erst langsam gesteigert werden, um zumindest wieder im Normalbereich zu sein. Wird nun wieder mit der normalen Ernährung begonnen, tritt der Jo-Jo - Effekt ein und alle, mühsam verlorenen Kilos sind schnell wieder zugenommen - oftmals noch mehr als vorher.

Der Zustand des Hungerstoffwechsels kann sowohl bei Magersucht alsauch bei zu rigerosen Diätformen mit zuwenig zugeführten Kcal einsetzen. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, können ernsthalfte gesundheitliche Folgen eintreten.

Durch weitere Kontrollmechanismen des Körpers wird...

- der Blutzuckerspiegel gesenkt, um die "Hungerzeit" zu überstehen

Da der Körper dies verhindern will, greift er auf die begrenzten Kohlenhydratspeicher zurück und dies bereits nach 5-6Std nach der letzten Mahlzeit. Die Kohlenhydratspeicher des Körpers sind allerdings begrenzt und halten nur für ca. 24 Stunden.

- infolge des absinkenden Blutzuckerspiegeln wird vermehrt Adrenalin ausgeschüttet - ein Stresshormon.

Durch andere chemische Prozesse im Körper wird nun die Zuckerneubildung angeregt, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Hält der Hungestoffwechsel weiter an, wird nun Zucker aus lebenswichtigen Proteinen - Eiweißen gewonnen - die Muskelmasse schwindet! Um diesen Prozess stattfinden zu lassen, wird vermehrt Kortisol gebildet, ein weiteres Stresshormon.

Nach ca. 4 Tagen des fastens oder einer Diät mit viel zuwenig zugeführten Kcal setzt die späte Phase des Hungerstoffwchsels ein.

- der Körper beginnt, Energiereserven aus Fettsäuren zu beziehen und übersäuert dabei!

In dieser Phase stoppt die Gewichtsreduktion und es kommt zum Stillstand - der Grundumsatz (siehe oben) sinkt ab! Diesen Stillstand während einer Diät kennen viele abnehmwillige Menschen.

Weitere Folgen des Hungerstoffwechsels sind u.a

- Schwindel

- Depression

- Störungen im Schlaf-Wachrhythmus

- innere Unruhe

- Muskelschwund

Um während einer Diät nicht in den Hungerstoffwechsel zu kommen und somit den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden ist es wichtig, dass...

- ausreichende Kcal zugeführt werden ( Leistungsumsatz ausrechnen und je nach Übergewicht 300 - 500 Kcal darunter bleiben)

- sich auch während der Diät satt essen - eine gesunde Gewichtsreduktion hat nichts mit hungern und Verzicht zu tun

- auf die Signale des Körpers hören! Treten oben genannte Symptome auf, einen "normalen" Esstag einführen und den Körper mit Kcal versorgen

- gute, ausgewogene Mischkost aus naturbelassenen Produkten

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung

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