gute Vorsätze 2017

gute Vorsätze durchhalten

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Ja
Gute Vorsätze für 2017
22.01.2017 12:53

Das neue Jahr ist rund drei Wochen alt und viele gute Vorsätze, die pünktlich zu Weihnachten oder dem Jahreswechsel beschlossen wurden, sind bereits jetzt in Vergessenheit geraten.

In meinem Alltag als Ernährungsberater und FoodCoach habe ich immer wieder mit guten Vorsätzen zu tun, die nicht nur zum Jahreswechsel getroffen werden, sondern das ganze Jahr über. Doch auch diese guten Vorsätze werden oftmals nach wenigen Wochen wieder „über Bord“ geworfen, als „zu schwer“ erachtet oder einfach „vergessen“ – die guten alten Verhaltensweisen kommen wieder zum Vorschein. Da kam die Einladung von Daniel Greß zur Blogparade „gute Vorsätze“ bezüglich Gewicht und Ernährung gerade recht, um darüber nachzudenken, wie man die guten Vorsätze doch durchhalten kann und warum es so vielen Menschen schwer fällt, nicht wieder in die alten Verhaltensmuster zurück zu fallen.

Diese alljährliche Problematik, die guten Vorsätze durchzuhalten betrifft alle Bereiche, egal ob Ernährung, Gesundheit, Verhalten, Job oder Gewohnheiten. Am Anfang steht das „Vorhaben“, alles zu ändern und nach wenigen Monaten ist alles wieder beim Altern – doch warum ist das so und was kann man machen, um durchzuhalten?!


Die guten Vorsätze sollte man für sich selber beschließen und nicht für andere

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen eine „Veränderung“ für oder wegen anderen beschließen „ich nehme jetzt einige Kilos ab, weil mein Partner das so will“, „ich muss mich mehr bewegen, weil mein Arzt das sagt“. Es mag zwar sein, dass der Partner oder der Arzt recht haben, aber wenn dieser gute Vorsatz nicht aus dem „eigenen Herzen“ kommt, wird das Durchhalten bereits schwierig.

Wenn man sich einen „guten Vorsatz“ vornimmt, dann muss er getroffen werden, weil man selber das möchte und man muss wirklich dahinter stehen – für einen selber, nicht nur für andere.


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das will beachtet werden

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das darf nicht unterschätzt werden. Wir verhalten uns nach erlernten und anerzogenen Mustern und diese sind fest im Gehirn verankert. Wer gelernt hat, bei Stress zur Schokolade zu greifen oder sich mit Kuchen zu belohnen, macht dies ganz automatisch ohne darüber nachzudenken. Wer als Kind gelernt hat, dass der Teller leer gegessen werden muss, wird dies auch im Erwachsenenalter automatisch machen. Das Gehirn liebt Gleichförmigkeit und mag es nicht, umzudenken. Dieser Punkt erschwert somit auch Punkt 1.

Um die erlernten und anerzogenen Verhaltensweisen zu verändern, muss man sich selber beobachten und herausfinden, wie man wann reagiert und warum man wie reagiert.

Hier hilft am Anfang eine Liste, die man wie ein Tagebuch führt. Hier kann z. B eingetragen werden WAS man WANN und WARUM isst oder macht und WIE man sich dabei fühlt.


Zu viel auf einmal

Viele Menschen gehen mit ihren „guten Vorsätzen“ auf alles oder nichts – alles auf einmal verändern wollen ist aber allerdings ungünstig und führt zu Überforderung und Frust. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ und kann nur in sehr wenigen Fällen von jetzt auf gleich alles verändern. Sinnvoller ist es, in kleinen Schritten vorzugehen und sich kleine aber erreichbare Teilstrecken zu setzen. Also nicht in vier Wochen fünf Kilo abzunehmen sondern z. B sich gesünder zu ernähren und auf Fertigprodukte zu verzichten– dabei nimmt man nämlich von alleine schon einige Pfunde ab und das spornt an. Aber auch hier gibt es wieder Teilziele, z. B nicht sofort auf alle Fertigprodukte zu verzichten, sondern erst einmal an zwei Tagen pro Woche auf Fertigprodukte zu verzichten und an diesen zwei Tagen frisch und gesund zu kochen.


Nicht alles wegnehmen

Ein weitere Phänomen ist die Tatsache, dass bei diesen „guten Vorsätzen“ alles geliebte auf einmal „weg genommen werden soll“, z. B keine Schokolade mehr, kein Kuchen mehr, keine Fertigprodukte mehr etc. Es macht aber keinen Sinn, alles lieb gewonnene von heute auf morgen zu verbannen. Es macht viel mehr Sinn, erst einmal andere Dinge „dazuzutun“, bevor ich liebgewonnene Dinge weglassen. Möchte man z. B auf Fertigprodukte, die man täglich verwendet verzichten und gesünder einkaufen und gesünder kochen, macht es mehr Sinn, erst einmal gesündere Dinge wie, Salat einzuführen, um sich daran zu gewöhnen – also Fertigpizza und Salat statt nur Salat.


Einen Plan machen

Oftmals werden die „guten Vorsätze“ planlos versucht umzusetzen – hier muss ein Plan her. Schreiben sie genau auf, wie sie ihr Ziel erreichen möchten und welchem Schritt sie JETZT sofort anfangen können. Wenn sie sich mehr bewegen möchten, könnten sie z. B jetzt sofort anfangen, die Treppe zu nehmen, statt den Aufzug. Oder sie könnten heute Abend einen Spaziergang von 5 Minuten machen.


Rückfälle sind normal und ok

Bauen sie von Anfang an, ihre Rückfälle mit ein. Sie werden weiterhin Schokolade oder Kuchen essen, sie werden ihre Fertigsuppe kaufen oder sie werden wieder den Aufzug nehmen. Das ist normal, völlig ok und wird ihr Vorhaben nicht nachhaltig vernichten. Ihr schlechtes Gewissen und ihre Selbstvorwürfe wegen ihren Rückfällen allerdings schon! Planen sie von Anfang an mit ein, dass es diese Momente geben wird und genießen sie diese Momente ohne Reue. Machen sie sich aber auch klar, dass es nur „Rückfall – Momente“ sein dürfen und nicht wieder Gewohnheit.


Belohnungen

Belohnen sie sich für all ihre kleinen Schritte – und seien sie noch so klein! Warum sollten sie sich nicht für einen „gesunden Tag“ pro Woche belohnen, wenn sie vorher NIE einen gesunden Tag pro Woche hatten?


Holen sie sich Unterstützung

Besonders am Anfang einer Ernährungsumstellung oder dem Vorhaben, mehr Sport zu treiben kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen. Holen sie ihren Partner ins Boot oder ihre Freundin. Fragen sie eine Arbeitskollegin/ Arbeitskollegen, ob er mit machen möchte oder gehen sie zur Ernährungsberatung. Eine Ernährungsberatung kann ihnen helfen, ihren persönlichen Weg zu finden und durchzuhalten.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, die eigenen „guten Vorhaben“ durchzuhalten, doch auch das ist immer individuell unterschiedlich und kommt auf die eigene Persönlichkeit an. Die Tipps, die bei dem einen wunderbar funktionieren, können bei dem anderen total versagen. Überlegen sie sich die für sie möglichen Tipps und Tricks und machen sie sich eine Liste, welche Tipps für sie in Frage kommen könnten. Wenn ein Tipp nicht funktioniert, nehmen sie einfach einen anderen aus ihrer Liste. Aber kalkulieren sie genügend Zeit ein, um sich und ihr Gehirn an eine Möglichkeit zu gewöhnen und schwenken sie nicht nach zwei Tagen zu einem anderen Tipp über. Bleiben sie mindestens eine Woche an einer Möglichkeit dran, bevor sie sich für eine andere Möglichkeit ihrer Liste entscheiden.

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ und das will beachtet werden und darf nicht unterschätzt werden :-)

Ich wünsche ihnen allen ein tolles Jahr 2017 und ein gutes Gelingen bei den „guten Vorsätzen“ 2017

Conny von food-bitte-mit -ohne

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