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Essstörungen im Überblick
09.04.2017 12:26

Die Zahl der Essstörungen steigt stetig an und nimmt immer weiter zu. Essstörungen können sich völlig unterschiedlich äußern und haben doch einige Gemeinsamkeiten.

Anorexia nervosa

Die Magersucht ist duch das Bedürfnis gekennzeichnet, Gewicht zu verlieren - bis hin zur lebensbedrohlichen Unterernährung. Die Anorexia nervosa hat die höchste Sterblickeitsrate aller Essstörungen.

- niedriges Gewicht

- Angst vor Gewichtszunahme

- selbstherbeigeführte Gewichtsabnahme

- Versagungsängste

- ständiges Denken an Gewicht und Kalorien

Der Wunsch nach übertriebener Gewichtsabnahme steht im Vordergrund und wird unterstütz durch die Einnahme von Abführmitteln, Erbrechen, exzessivem hungern und Sport.

Bulimia nervosa

Bei der Ess-Brech-Sucht besteht ein unkotrollierbares Verlangen nach Essen. Nach häufig auftretenden "Heisshungerattacken" werden gewichtsreduzierende Maßnahmen durchgeführt.

- wiederholte Essattacken ( mind. 2x pro Woche )

- Figur und Gewicht beeinflussen das Selbstwert

- Angst vor Gewichtszunahme

- Essattacken

- Gewichtsschwankungen

- Versagerängste

- Angst vor Kontrollverlust

- innere Anspannung mit depressiven Episoden

Beginn häufig zwischen 16 und 18 und ca. die Hälfte der Betroffenen hatte zuvor Anorexia nervosa.

In der Regel sind Betroffene normalgewichtig mit schwankendem Gewicht - aber auch übergewichtig oder untergewichtig. Vor einer Heisshungerattacke treten häufig Gefühle von Alleinsein, Isolation, Leere auf und werden auf diese Weise kompensiert, wobei nach diesen Attacken Schuldgefühle und Selbstkritik vorherrschen.
 

Binge-Eating Störung

Die Essattacke mit Kontrollverlust ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Essanfälle OHNE einer danach selbst herbeigeführten Gewichtsreduktion.

- mind. 2x pro Woche Essattacken OHNE Erbrechen, Abführmittel, Sport

- Gefühl von Kontrollverlust

- Ekelgefühl

- Schamgefühl

- Schuldgefühl

- unregelmäßiges essen

- falsche Ernährung

- Übergewicht bis hin zur Adipositas

- depressive Verstimmungen

Beginn zwischen 20 und 30 wobei bei der Binge-Eating-Störung 1/3 der Betroffenen männlich sind !

Die Ernährungsgewohnheiten sind inoptimal mit zu vielem fetten und süßem Essen und unregelmäßig. Die Betroffenen haben häufig das normale Hunger - Sättigungsgefühl verloren. Das Essen wird hierbei häufig als Befriedigung oder "Entkräftigung" von Emotionen gebraucht, nicht aus hunger.

Orthorexia nervosa

Hierbei drehen sich die Gedanken ständig um die Tatsache, sich "gesund" zu ernähren. Die als "ungesunde" Lebensmittel eingestuften Nahrungsmittel, werden kategorisch gemieden und nach Möglichkeit alles frisch zubereitet.

Es kann auch hier ein Untergewicht vorliegen, da die Nahrungsmittelauswahl häufig sehr beschränkt ist und es kommt zu Vitaminmangel und Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen.

Ursachen von Essstörungen

Es gibt bei Essstörungen nicht "DEN" Auslöser - es kommen immer mehrere Möglichkeiten zusammen.

1. psychologische Ursachen

Oftmals treten Essstörungen in einer Zeit der "Veränderung" auf z. B Pubertät, Schule, Trennung von Eltern.... Eine Essstörung kann aber auch als Auflehnung oder Abgrenzung im Zusammenhang mit den Eltern oder der Gesellschaft entstehen.

Die Familien sind oft leistungsorientiert, perfektionistisch und "harmonisch" - "den äußeren Schein wahren".

Bei einer Bulimie kommt oftmals ein sexueller Missbrauch als Auffälligkeit hinzu.

2. gesellschaftliche Ursachen

Das Schönheitsideal ist besonders in der Pubertät sehr wichtig und kann in die falsche Richtung gehen - mit Folgen der Essstörung.

3. biologische Ursachen

Immer häufiger wird der Zusammenhang mit bestimmten Neurotransmittern diskutiert - mit Botenstoffen und Hormonen wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Cortisol. Genetische Veränderungen scheinen sich auf die Funktionen der Hormone auszuwirken.

Die Ursache einer Essstörung ist ein komplexes Zusammenspiel vielerlei Faktoren, die von Fall zu Fall unterschiedlich sein dürften. Hinzu kommen die Aufrechterhaltenden Faktoren, die eine "Beendigung" einer Essstörung nicht einfach machen und in jedem Fall aufgedeckt und "verändert" werden müssen.

Weitere Informationen finden sie hier

Hilfreiche Bestandteile zur Überwindung einer Essstörung können eine Ernährungsberatung und ein Achtsamkeitstraining sein.

gemeinsamkeiten der essstörungen

So unterschiedlich Essstörungen auch sind, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten

1. gestörtes Körpergefühl

2. gestörte Wahrnehmung innerer und äußerer Reize

3. mangelndes Selbstvertrauen

4. mangelnde Konfliktbewältigungsstrategien

5. mangelnde Alternativen bei Stress, Frust, Hektik....

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